Raphidineae
Unterkategorien
Achnanthaceae
Alle Achnanthaceae sind heterovalvar: Eine Schale besitzt eine Raphe, die andere nicht. (Vgl: Rhoicosphenia).
Achnanthes
Heterovalvare Diatomeen mit variablem Schalenumriss und Lebensweise. Nie mit valvocopula (Vgl. Cocconeis)
Cocconeis
Heterovalvare Kieselalgen mit elliptischer Gestalt. Durchgehend Epiphyten; die Raphenschale ist mit einem Gallertpolster auf Algen oder Wasserpflanzen festgeklebt. Die Raphenschale ist zumeist vonkac; sie wird martinal durch einen hyalingen Ring, die Valvocopula, eingeschlossen.
Bacillariaceae
Gattungen mit Kanalraphensystem. Pro Schale nur eine Raphe, teilweise mit Zentralknoten, auf einem flachen bis erhabenen Kiel, nicht umlaufend wie bei den Surirellaceae.
Nitzschia
Frusteln mit drei isopolen Hauptachsen, Raphenkiele mit Fibulae als Stützelementen. Raphen bei mindestens 50% der Zellen diagonal opponiert auf den beiden Schalenhälften.
Epithemiaceae
Zellen mit Kanalraphe in der Schalenfläche oder am Schalenrand. Raphenkiele fehlen oder sind nur schwach ausgebildet. Fibulae sind stets in Fibularwände verlängert, zwischen denen eine oder mehrere Reihen von Alveolen liegen. Häufig Septen
Epithemia
Isopol zur Apikal- und Pervalvarachse; Transapikalachse stets gebogen. Kanalraphe verläuft im ventralen Bereich der Schale und steigt zur Mitte mehr oder weniger steil an. Keine Raphenkiele
Eunotiaceae
Raphenäste kurz, meist gebogen und am Schalenmantel liegend. Nurz kurze Abschnitte in den Schalenflächen.
Eunotia
Frusteln dorsiventral, einzeln oder selten zu bandförmigen Aggregaten vereinigt. Raphenäste relativ kurz auf den distalen Seiten des Schalenmantels. Die meisten Arten in saurem, nährstoffarmen Wasser mit niedrigen Elektrolytgehalt.
Naviculaceae
Große Familie mit gut 50 Gattungen, alle mit Medianraphen (bei Rhoicosphenia auf einer Schalenhälfte stark verkürzt)
Amphora
Körperbau stark dorsiventral. Im Gegensatz zu Cymbella mit gebogener Pervalvarachse, d.h. die Zellen sind unterschiedlich dick. Die Raphenseite ist deutlich schmäler, die Raphe auf einem Kiel über die Schale erhoben. Die Residuumseite ist deutlich dicker und häufig von der Raphenseite unterschiedlich strukturiert.
Cymbella
Dorsiventrale Kieselalgen mit isopolen Apikal- und Pervalvarachsen. Dorsal sind die Schalenmäntel höher als ventral, aber nie so ausgeprägt, wie bei Amphora. Cymbella-Arten weisen eine komplexe Raphenstruktur auf, bei der äußerer und innerer Raphenspalt häufig unterschiedlich verlaufen und auch als bestimmungsrelevantes Merkmal genutzt werden. Zwischen innerem und äußerem Spalt verlaufen die Raphen häufig in einer Nut- und Feder Form. Die Zentralrippe hält fiederförmige Transapikalrippen, zwischen denen trogförmige Alveolen liegen.
Navicula
Keine klaren Gattungsmerkmale, sondern eher ein Auffangbecken für Arten, die sonst nirgendwohin passten.
Rhoicosphenia
Frusteln in Gürtelansicht keilförmig und geknickt. In Schalenansicht keilförmig. Nur die konkave Schale besitzt eine voll ausgebildete Raphe. Die konvexe Schale besitzt mehr oder weniger stark verkürzte Raphenäste.
Gomphonema
Lebende Zellen frei beweglich oder auf Gallertstielen dem Substrat angeheftet. Frusteln in Gürtelsicht keilförmig; Kopfpol breiter als Fußpol. Zur Transapikalachse stets heteropol (manchmal nur undeutlich erkennbar), keulenförmig, gelegentlich ist die Apikalachse leicht gebogen, die Zellen erscheinen dann cymbelloid.
Gyrosigma
Zellen sigmoid. Innerer Raphenschlitz auf einer erhöhten Rippe, die sich in der Schalenmitte teilt und dn Zentralknoten umschließt. Zumeist Brackwasserbewohner oder marin.
Caloneis
Die Querstreifung von Caloneis besteht ebenso wie bei Pinnularia aus nach innen geöffneten Alveolen. Diese ist jedoch teilweise verschlossen, was man im Lichtmikroskop an einer mehr oder weniger deutlichen Längslinie erkennen kann.
Pinnularia
Schalen mit drei isopolen Hauptachsen. Zentralknoten häufig stark ausgebildet. Innerer Raphenspalt manchmal durchlaufend; manchmal durch eine Intermissio unterbrochen. Schalen entveder mit alveolisierten Rippen, oder als Zweischalensystem mit verbindenden Transapikalrippen.
Neidium
Eindeutig durch das Vorkommen von zumeist marginalen Längskanälen und durch die Raphe mit bifurkaten Terminalspalten und dem höckerförmigen Zentralknoten gekennzeichnet. Ausschließlich Süßwasserarten.
Anomoeoneis
Keine durchgehenden Streifen, sondern nur wenige kurze Lineolae.
Surirellaceae
Kennzeichend für die Surirellaceae ist die besondere Form der Kanalraphe, die den Rand der Schale umläuft und nur an den Polen kurz unterbrochen ist. Die Schalen werden durch Wellen, nicht durch Rippen, stabilisiert.
Surirella
Schalenumriss linear, elliptisch oder oval, häufig heteropol. Stabile Rippen fehlen, Schalen durch Wellung der Fläche oder rinnenförmige Strukturen stabilisiert.
Cymatopleura
Im Gegensatz zu Surirella ist die Schale in allen drei Achsrichtungen isopolar. Der Raphenkanal liegt direkt am Schalenrand und ist nicht durch Flügel erhoben.