Ursprünglich war mein Motto etwas euphemistisch und nicht ganz ernst gemeint: "Mit dem Handtuchgarten zum Selbstversorger." Aber seit November 2023 haben wir einen Schrebergarten und sind dem Selbstversorgerdasein schon ein ganzes Stück näher gekommen. Wie wir dabei vorgehen, und was wir außerdem zum Schutz der Natur unternehmen, damit der Garten nicht nur uns, sondern auch möglichst viele einheimische Lebewesen ernährt, das zeige ich hier.
Hochbeete sind schon eine gute Sache. Nicht nur für den Rücken, auch die Schnecken kann man besser daraus fern halten. (Aber Achtung: Vögel setzen sich gerne auf den Beetrand und naschen von den Pflänzchen.)
Noch besser sind abgedeckte Hochbeete. In ihnen kann man im Frühjahr schneller die ersten Ernte einfahren, und im Herbst verlängern sie die Erntezeit.
Wir haben zwei Hochbeete von den Vorpächtern übernommen: Ein 1 qm großes Palettenhochbeet und ein 1 x 2 m großes selbstgebautes. (Zumindest nahmen wir an, dass es 1 x 2 m groß ist, aber dazu später.)

Die Stadt Dortmund hat mehr zu bieten als Stadion und Phönixsee 🤮. Es gibt dort auch unwahrscheinlich viele Kleingartenvereine. So viele, dass eigene Wanderwege durch die Areale ausgewiesen wurden.
Hier Impressionen vom Kleingartenwanderweg Süd, der in Sichtweite des Signal-Iduna-Parks auf 5,5 km durch acht Parkanlagen und ein Naturschutzgebiet führt. Eine wunderbare und vielfältige Wanderstrecke!

Blick aus dem Schrebergartengelände auf das Signa-Iduna Stadion.
2024 war unser Testlauf: Von Mai bis Dezember haben wir uns beim Gemüse komplett selbst versorgt. 2025 haben wir dann eine Schippe draufgelegt, früher angefangen und deutlich länger durchgehalten. Erst seit Mitte Januar 2026 wandert wieder Gekauftes in den Korb – obwohl im Keller noch ein Regalmeter eingekochte Zucchini stehen (und das selbstgemachte Sauerkraut aus Ewigem Kohl, an das ich mich noch nicht so ganz herantraue...).
Wenn wir jetzt zukaufen, dann strikt regional und vor allen Dingen saisonal. Warum? Weil beim Thema CO2 oft ein riesiger Denkfehler passiert.
Der Gewächshaus-Check: Schlimmer als Fliegen?
Klar, jeder schimpft auf Flugobst. Aber kaum jemand hat auf dem Schirm, wie übel die Bilanz von beheizten Gewächshäusern ist:
- Gewächshaus-Tomaten: Verursachen im Schnitt 1,4 bis 9 kg CO2 pro Kilo. Selbst in modernen Hightech-Glashäusern sind es noch 1,1 kg.
- Zum Vergleich: Werden Tomaten 1.000 km weit geflogen, „kostet“ das etwa 0,5 bis 1,5 kg CO2.
- Der Gewinner: Freilandtomaten liegen bei gerade mal 0,1 kg.
Das zeigt: Wer im Frühjahr unbedingt Äpfel oder Tomaten will, produziert massig CO2 – egal, ob die Ware aus Chile eingeflogen wurde oder monatelang energieintensiv im Kühlhaus lag. Nicht-saisonale Produkte haben einfach immer einen fetten CO2-Rucksack.
(Kleiner Side-Fact meiner KI: Selbst Einkochen liegt bei nur ca. 0,3 kg CO2 pro Kilo Gemüse – Einfrieren verbraucht über ein halbes Jahr schon 0,4 kg.)
Unser Garten schläft nicht
Das Beste ist: Es geht auch fast ohne Energieaufwand! In unserem Schrebergarten steht der Rosenkohl vom letzten Herbst immer noch da, als wäre nichts gewesen. Auch Wirsing, Palmkohl, Porree und Feldsalat hat die Kältewelle völlig kalt gelassen. Die Topinambur warten im Boden nur darauf, dass der Frost nachlässt, und der Baquieu-Salat im Hochbeet bereitet sich schon auf seinen großen Auftritt im Februar vor.
Auch Postelein ist praktisch unkaputtbar – wenn man denn dran denkt, rechtzeitig Samen zu besorgen! Es ist eigentlich schade: In unseren Breitengraden kann man so viel Gemüse einfach CO2-neutral draußen überwintern, aber kaum noch jemand macht es.
Die nächste Etappe
Ich habe mir jetzt Wolfgang Palmes „Frisches Gemüse im Winter ernten“ geschnappt. Das Ziel für 2027 steht: Wir wollen die Marke „Mitte Februar“ knacken, bevor wir das erste Mal wieder in den Supermarkt müssen.
(P.S. Fakten wurden von mir recherciert, Text und Links kommen von der KI. Lass' doch einen Kommentar hier, wie Dir das gefallen hat.)
Klar, dass Vögel als Badegäste problemlos zum Teich kommen können. Aber wo kommen eigentlich die Wasserlebewesen her? Und wann kommen sie in dieses vollkommen neue Gewässer? Hier die Chronologie der Besiedlung des Teichs:
Der Winter 2025/26 hatte ja von allem etwas. Obwohl objektiv zu warm gab es einige knackig kalte Tage, bei denen man um sein Freilandgemüse fürchten musste. Aber Kohl, Spinat, Porree und Feldsalat hatten keine Probleme. Nur der Chinakohl und der Asisalat waren im Frühbeet leicht indigniert, ließen sich zwar noch essen, verloren aber einige Blätter an den Frost. Und der viele Regen nervte! Aber wohl nur mich, die Pflanzen kamen damit zurecht.
Mittlerweile beobachte ich mit drei Wildkameras das Geschehen im Garten. Hier einige der Fotos.

